Schwangerschaft

„Ein drittes Kind? Ja seit ihr denn des Wahnsinns?“

Genau diesen Satz haben wir zu hören bekommen als wir unseren Freunden mitgeteilt haben, dass wir uns noch einmal in das Abenteuer „Baby“ stürzen. Auch von der Familie kam nicht viel Positiveres. Ein kleines bisschen kann ich dieses „Verwundern“ verstehen. Der große Bruder war kein wirkliches „Anfängerbaby“. Er hat viel geweint, stundenlang, nächtelang, wochen-/monatelang. Wir waren unerfahren, verzweifelt und am Ende. Aber es wurde besser und irgendwann hat dieser kleine süße Junge weniger geweint und mehr gelacht und uns damit vollends verzaubert. Heute ist er ein empathischer, sensibler und sehr intelligenter fünfjähriger Junge der uns jeden Tag zum Staunen bringt. Dreieinhalb Jahre später erblickte der kleine Wirbelwind die Welt und hat mit einem Schlag wirklich alles auf den Kopf gestellt. Sie wollte ausschließlich getragen werden und zwar nur von mir. Geschlafen hat sie die ersten Wochen auf meinem Bauch und auch danach nur eng an mich gekuschelt. Sie hat niemanden anderen akzeptieren und konnte sich lautstark zur Wehr setzen, wenn ihr etwas nicht passte. Die ersten Wochen waren hart. Für uns alle! Besonders der große Bruder musste ganz schön zurück stecken. Wir haben versucht das beste daraus zu machen und auch diese schwierige Zeit ging vorbei.

Da waren wir also mit unseren zwei Kindern. Der große Bruder und die kleine Schwester, wofür wir sehr dankbar sind. Ein drittes Kind war für uns nicht geplant, aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen.

Eine erneute Schwangerschaft hat auch uns überrascht. Denn für uns verändert sich wieder einiges. Unsere Familie wird größer und damit benötigen wir langfristig auch mehr Platz. Wir müssen organisieren, da ich beruflich wieder ausfallen werde. Aber all diese Dinge passieren unter uns und für alle anderen ändert sich nichts. Daher kann ich diese negativen Bemerkungen nicht verstehen. Eher habe ich das Gefühl, dass das Leben mit Kindern grundsätzlich als schwierig verstanden wird. Denn für diejenigen, die sich derart äußern stellen Kinder eine Last, einen Verzicht dar. Verzichten auf die Partys, Kinoabende, Freiheiten der kinderlosen Paare. Auch für meine Eltern waren wir Kinder in aller erster Linie mit finanziellen Sorgen, viel Ärger und wenig Zeit verbunden.

Daher kann ich hier kein Verständnis erwarten, wenn ich sage: „Meine Kinder sind keine Last für mich“! Sie sind das größte Glück! Das schönste, wundervollste und bezaubernste was ich mir je vorstellen hätte können. Und das obwohl nicht immer alles einfach ist, obwohl ich mich oft alleingelassen fühle und vor Erschöpfung nicht weiß wie ich die Tage überstehen soll. Aber dafür können meine Beiden nichts, dass sind die äußeren Umstände, die Anforderungen die uns manchmal in die Enge treiben.

Also, ja! Ja wir sind wahnsinnig! Wahnsinnig dankbar und stolz das wir Eltern von solch wunderbaren Menschen sind und freuen uns darauf das wir bald ein weiteres kleines Menschlein in unserer Mitte begrüßen dürfen. Und ja, dass wird nicht einfach. Sicherlich wird auch die ein oder andere Träne meinerseits vergossen werden und auch die schlaflosen Nächte werden mir zusetzen, aber all das nehme ich gerne in Kauf!

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