Baby

Schlaf Baby Schlaf – Oder auch nicht

Nichts beschäftigt Eltern so sehr wie der Schlafrythmus ihrer Kinder. Das beginnt beim Neugeborenen und endet … NIE! So ist zumindest aktuell mein Gefühl. Vieles regelt sich in den ersten Jahren ganz von alleine, aber das Problem „Kinderschlaf“ bleibt einem hartnäckig erhalten.

„Mein Baby schläft nicht!“

Ich glaube, dass ist der von mir meist gehörte/gelesene Satz aller Mütter. In den sozialen Netzwerken wird rauf und runter diskutiert was falsch läuft mit dem eigenen Kind. Denn, und da sind sich alle einig, da kann ja was nicht stimmen. Also wird viel Aufwand betrieben um den nächtlichen Frieden wieder herzustellen. Es gibt Ratgeber über Ratgeber! Was gesucht werden will, wird auch gefunden.

Versprechungen a la: „Probieren Sie dies und das und ihr Kind wird selig, friedlich dahinschlummern!“

Als würde das nicht schon längst reichen, kommen noch viele gut gemeinte Ratschläge von Ärzten, Hebammen, Osteopathen, PEKIP-Leiterinnen, Omas, Tanten, Nachbarn usw. dazu. Wenn es um Kinderschlaf geht ist wirklich jeder plötzlich der absolute Experte!

„Das Baby muss alleine schlafen, in seinem Bett! Nicht tragen, damit verwöhnt man nur! Stillen ja, aber nicht in den Schlaf! Ein bisschen Schreien schadet ja nicht! Lass dir nicht auf der Nase herumtanzen! Gib die Flasche, dass Baby wird nicht satt!“

All das hören Mütter tagtäglich, von allen möglichen Seiten. Immer und immer wieder. Dabei wissen wir heute wie Babyschlaf funktioniert – hirnorganisch, evolutionär. Wir wissen, dass ein Baby nicht „durchschlafen“ kann. Aber das hilft uns natürlich in der Situation auch nicht. Wir sind müde, ausgelaugt und brauchen einen Plan!

Meine Erfahrung in Sachen „Kinderschlaf“

Bevor mein Sohn geboren wurde habe ich mich immer gefragt, was denn bloß alle haben. Das kann ja nicht so schwer sein. Ich stille, lege das Baby ins Bett, Baby schläft – bis ich eben wieder stille. So einfach! Ich wusste wie es laufen soll, aber mein Baby leider nicht. Er wollte gestillt oder getragen werden, eins von beidem, Tag und Nacht. Jeder um mich herum sagte mir, dass das nicht sein kann und ich etwas ändern muss. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. „Mach ein Schlaf-,Schrei-,Essprotokoll“ sagte meine PEKIP-Leiterin. Hab ich! Sah toll aus, ganz bunt und daraus konnte ich ableiten, welch Wunder, mein Kind schreit viel und schläft wenig. Als hätte ich das nicht schon vorher gewusst. Weiter gebracht hat es mich nicht, es hat mir eigentlich nur Zeit geraubt! Ich habe alle möglichen Ratgeber gelesen – ja auch das Schreckliche aller Bücher, dessen Name ich hier nicht nennen mag. Am Ende dieser ganzer Bücher stand immer eine Anleitung nach der man handeln soll. Schritt 1, Schritt 2, usw. Ob irgendwas davon evtl. vielleicht doch funktioniert kann ich nicht mal sage, denn es war mir einfach zu blöd. Das ich ihn nicht alleine in seinem Zimmer weinen lasse war von Anfang an klar. Aber ich wollte ihn auch nicht gepuckt in meinen Armen wiegen und dabei weißes Rauschen imitieren. In meiner Vorstellung sah das doch wirklich etwas komisch aus! Und wo bleibt bei diesen ganzen Aktivitäten meine Ruhe? Meine Erholungsphase?

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Jedes Kind kann schlafen

Ja tatsächlich! Und zwar von Anfang an, nur eben nicht so wie ich es gewohnt bin. Es macht auch keinerlei Sinn einem kleinen Baby meinen Schlafrythmus aufzuzwingen.

Was habe ich also gemacht?

Ich habe ihn zu mir in mein Bett gelegt und habe den ersten Teil der Nacht gestillt. Den zweiten Teil hat der Liebste übernommen. Somit konnte jeder von uns ein paar Stunden schlafen. Wir haben es hingenommen, dass unser Sohn seinen Schlaf in viele kurze Powernaps verteilt. Geändert hat sich das erst nach Monaten. Er schlief tagsüber immer weniger, dafür nachts mehr.

Als ich nach 7 Monaten mit dem Stillen aufgehört habe, hat sich auch unser Abendritual verändert. Und das tut es auch heute noch. Es ist einem stetigen Wandel unterzogen.

Mit 1,5 Jahren hat er ein eigenes Kinderzimmer bekommen. Von da an schlief er Abends in seinem Bett ein und ich holte ihn in der Nacht zu mir. Ich habe Händchen gehalten, gesungen, Geschichten erzählt. Das hat manchmal bis zu einer Stunde gedauert. Aber es war friedlich, er war zufrieden und ich dadurch irgendwie auch.

Heute mit 5,5 Jahren ist das alles längst vergessen. Abends schauen wir immer den Sandmann an und danach gibt es entweder ein Buch oder eine Geschichte. Meistens übernimmt das der Papa als weltbester Geschichtenerzähler (ich darf keine mehr erzählen – zu schlecht). Danach schläft der große Bruder alleine ein. Die Zimmertür bleibt dabei offen und sobald er ruft sind wir da. Egal wie oft!

Beim zweiten Kind läufts anders!

Nach all dem Stress den ich mir gemacht habe wusste ich ganz genau was ich beim zweiten Kind nicht wollte: Ich wollte auf keinen Fall auf andere hören, zumindest nicht auf das, was nicht meiner Überzeugung entspricht.

Der kleine Wirbelwind lag demnach bereits in der Klinik bei mir im Bett und sie hat die ganze Nacht friedlich neben mir geschlafen. Es hat mich wirklich verwundert, dass so viele Frauen eine richtige Abneigung dagegen haben ihre Babys mit in das eigene Bett zu nehmen. Die meisten sind selbst mit Kaiserschnitt nachts aufgestanden um die Kinder aus diesen hohen Rollbettchen zu heben. „Man will ja bloß nichts angewöhnen, am Ende bleiben die Kinder auf ewig in Mamas Bett.“

Ich hingegen konnte liegen bleiben. Wir haben gekuschelt und uns wohl gefühlt. Auch zu Hause war das Beistellbett nur ein Rausfallschutz. Ich habe sie einschlafgestillt, lag neben ihr und wenn sie wach wurde haben wir wieder gestillt. Nach Bedarf, ohne auf zeitlichen Abstand oder dergleichen zu achten. Auch tagsüber.

Mit 10 Monaten bekam der kleine Wirbelwind ein eigenes Kinderzimmer. Von da an schlief sie den ersten Teil der Nacht in ihrem Bett. Ich habe sie im Arm gestillt bis sie geschlafen hat und dann in ihr Bettchen gelegt. Wenn ich ins Bett gegangen bin, habe ich sie zu mir genommen.

Mit 20 Monaten habe ich abgestillt. Jetzt schauen wir nach dem Sandmann ein Buch an, kuscheln, oft spielt sie noch etwas in ihrem Bett. Wenn sie bereit ist macht sie selbst das Licht aus und legt sich hin. Ich bleibe bei ihr. Gebe ihr meine Hand, wenn gewünscht oder sitze einfach nur daneben. Wenn sie schläft gehe ich raus. Das kann schon mal etwas länger dauern,  aber im Moment ist das okay für mich.

Und seit einigen Wochen wird sie nachts nicht mehr wach. Sie schläft meist durch. In ihrem Bett und das ohne stundenlanges weinen und ohne irgendwelche Einschlafhilfen. Unsere Schlafzimmertür ist immer offen. Der Weg ist kurz und beide Kinder sind immer willkommen!

Bald kommt unser drittes Kind und der Babyschlaf macht mir keine Sorgen mehr. Jetzt weiß ich ganz genau was ich tun muss! Ich mach es ganz einfach so, wie es mein Baby mir vorgibt und dann wird alles gut!

Na klar, es wird viele schlaflose Nächte geben, aber das ist okay, weil völlig normal und, seien wir mal ehrlich, da komm ich nicht drum rum!

Jetzt würde mich sehr interessieren, wie ihr die Nächte mir euren Kindern empfindet? Habt ihr bestimmte Bettgehrituale?

Eure

Lila♥

 

2 Kommentare zu „Schlaf Baby Schlaf – Oder auch nicht

  1. Ein wunderbarer Artikel. Das kommt mit alles sooooo bekannt vor. Und es ist so wahr. Hätte ich diese Erkenntnisse doch schon bei unserem Sohn gehabt. Jetzt bei unserer Tochter machen wir es auch genau wie du es beschrieben hast und es ist so viel schöner so. Für alle Beteiligten.

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    1. Danke für deinen Kommentar! Man lernt eben dann doch am meisten durch Erfahrungen und ich denke vor allem als frisch gebackene Mama muss man erst herausfinden was das Richtige für einen ist. Es ist schön zu lesen das ich damit nicht alleine stehe.

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