Muttergefühle

Kinderweinen im Kindergarten – Meine Gedanken

Ich muss mir jetzt mal was von der Seele schreiben. Ich habe heute früh mal wieder etwas beobachtet was mir keine Ruhe lässt. Aber vorab kurz unsere Erfahrung mit dem Kindergarten.

Fremdbetreuung meiner Kinder

Meine beiden Kinder kamen mit 1,5 Jahren in die Krippe. Einerseits aus finanziellen Gründen, andererseits, weil meine Vertretung frühzeitig das Handtuch geworfen hat und ich aus der Elternzeit zurückgeholt wurde. Durch Umzug habe ich insgesamt drei verschiedene Einrichtungen kennen gelernt und damit auch verschiedene Arbeitsweisen und Konzepte.

Ich hatte Glück…

Ja das hatte ich wirklich. Denn mir war von Anfang an klar, das wenn meine Kinder nicht in der Krippe bleiben wollen, dann nehme ich sie wieder raus. Ganz so einfach wäre das aber nicht gewesen. Wir hätten mit starken finanziellen Einbußen kämpfen und ich hätte meinen Job aufgeben müssen. Gut, dass ich darauf nie zurückgreifen musste. Denn beide ließen sich problemlos eingewöhnen und gingen meist sehr gerne in den Kindergarten und wenn das mal nicht der Fall war haben wir eine Lösung gesucht. Entweder wir blieben zu Hause oder ich bin noch etwas mit in der Einrichtung geblieben.

Kinderweinen – Die Geschichte

Heute Morgen war ich spät dran. Wir haben verschlafen und als wir an den Kindergarten kamen sind die meisten Kinder schon da. Vom Parkplatz aus höre ich bereits ganz bitteres Weinen eines kleinen Jungen in der Krippe. Ich kenne den Bub nicht und nehme an, dass er wohl eines der neuen Kinder sein muss. Die Mutter des kleinen hat sich eben verabschiedet und steht noch vor dem Infobrett und liest. Das Kind steht hinter der verschlossenen Glastür und weint und weint – naja eigentlich schreit er viel mehr. Nach einiger Zeit geht die Mutter. Sie dreht sich nicht mehr um. Der kleine Wirbelwind zieht sich aus und wir öffnen die Tür. Der kleine Junge wird festgehalten damit er den Raum nicht verlassen kann. Ich verabschiede mich von meiner Kleinen und bringe den großen Bruder hoch in den Kindergarten. Bevor ich wieder fahre schaue ich immer nochmal durch das Krippenfenster um zu sehen, ob beim kleinen Wirbelwind alles gut ist. Sie spielt in der Spielküche und sieht mich nicht. Der kleine Junge steht immer noch an der Tür – alleine. Er weint und hämmert dagegen. Er weint seit 15 Minuten.

Hört er wirklich auf zu weinen?

Ich habe das schon oft erlebt – wirklich sehr oft – vor allem in der Kinderkrippe. Okay, bei der Trennung der wichtigsten Person ist das ja auch sehr verständlich. Die Kinder sind traurig und zeigen das auch. Das bedeutet erst einmal nicht, dass es ihnen in der Einrichtung nicht gut geht oder sie keinen Spaß haben.

Aber was ist, wenn sie nicht mehr aufhören zu weinen? Was ist, wenn sie eine ganz lange Zeit an der Tür stehen, bitterlich weinen und nicht begleitet werden? Was ist, wenn sie in ihrer Trauer nicht ernst genommen werden?

Die Mamas bekommen beim Abholen zu hören, dass das Kind ja dann gleich wieder aufgehört hat und sind so beruhigt. Aber was ist, wenn das nicht der Fall ist? Wie viel vertrauen kann man einer fremden Person schenken? Versteht mich nicht falsch! Ich bin kein besonders misstrauischer Mensch und natürlich ist vertrauen die Basis dafür, dass ich mein Kind überhaupt von fremdbetreuen lassen kann. Und ich vertraue meinen Erziehern auch, aber beim Thema „weinen lassen“ gibt es schon sehr unterschiedliche Ansichten. Ich bin mir auch ganz sicher, dass der kleine Junge irgendwann aufhört zu weinen, aber ich frage mich was das in ihm macht. Warum hört er auf zu weinen? Weil er resigniert?

Mich macht das sehr traurig und ich kann nicht aufhören daran zu denken. Der kleine Junge tut mir furchtbar leid. Er ist noch so klein.

Was hätte anders sein müssen? Was hätte die Mutter anders machen können?

Fragen die ich mir stelle, aber kaum beantworten kann. Erstmal muss ich sagen, dass ich nicht über die Mutter urteilen möchte. Ich weiß nicht wie die Eingewöhnung lief, wie der kleine Mann sonst im Alltag bei Trennung reagiert – eigentlich weiß ich gar nichts von dieser Familie. Aber ich hatte das Gefühl, dass die Trauer des Kindes nicht ernst genommen wurde und wenn das so ist, dann finde ich es falsch.

Optimal wäre es, wenn der Kleine gar nicht erst weinend zurückgelassen wird. Wenn die Eingewöhnung verlängert wird. Wenn er noch länger von der Mama, dem Papa oder vielleicht der Oma begleitet wird. Aber ich weiß, dass das einfach manchmal nicht geht. Dann wäre es sicher besser gewesen, wenn die Mama gleich gegangen wäre, denn so hat er sie sehen können, aber er konnte nicht zu ihr. Vielleicht wäre es besser gewesen, den kleinen Mann aus der Situation rauszunehmen. Vielleicht in einen anderen Raum? Denn die Tür ging ganz oft auf und zu und es standen andere Eltern da, aber seine Mama nicht. Sicher hätte man ihn aber nicht alleine lassen sollen.

Mein Impuls: Wenn er es zulässt, den Kleinen in den Arm nehmen. Ihn trösten, ihm sagen, dass es okay ist wenn er traurig ist. Ihm zuhören. Sein Weinen hat einen Grund und es ist wichtig dies anzuerkennen.

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Wie geht ihr damit um, wenn eure Kinder bei der Verabschiedung weinen? Würdet ihr sie dort lassen? Aber was für andere Möglichkeiten hat man, wenn die Arbeit ruft?

Ich hoffe dem kleinen Jungen geht es gut und er schafft diese schwierige Anfangszeit.

Eure

Lila♥

40 Kommentare zu „Kinderweinen im Kindergarten – Meine Gedanken

  1. Hallo Lila! Ein toller Artikel! Wenn mein kleiner bei der Verabschiedung weint, nehme ich ihn in den Arm und beruhige ihn. Wenn er sich beruhigt hat, lasse ich ihn zur Erzieherin „fliegen“, also Fliegergriff und nach „1-2-3“ rübergeflogen. Wenn er mal auf ihrem Arm schreit, winke ich ihm lachend zu, wünsche ihm viel Spaß und tue so, als würde ich gehen. In echt gehe ich aber nur ein paar Schritte weiter und warte, bis sein Weinen aufhört – was meistens schon nach wenigen Sekunden der Fall ist. Ich lasse mir morgens immer so viel Zeit für meinen Schatz, wie er braucht. Ich kalkuliere das ein, dass ich mal zu spät zur Arbeit komme. Meine Chefin weiß das und hat auch Verständnis dafür. Darüber bin ich sehr froh. LG

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    1. Hallo Dörthe! Vielen Dank für deinen Kommentar! Für mich klingt das nach der perfekten Verabschiedungssituation! So habe ich es auch immer gemacht. Leider hat nicht jeder einen so verständnisvollen Arbeitsplatz oder wird bereits von Kindern in Schulen und Kindergärten erwartet. Liebe Grüße

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  2. Wenn mein Sohn weint beim Abschied, was jetzt schon länger nicht mehr vorkam, dann tröste ich ihn ein bisschen und dann gebe ich ihn einer der Erzieherinnen auf den Arm, bzw. sie bieten dies eh schon an. Denn für mich ist es auch wichtig, dass ich mein Kind sieht, dass ich den Menschen im Kindergarten vertraue und er dies auch kann. Ich kann leider, bis auf wenige Minuten nicht zu spät zur Arbeit kommen. Denn dann bin ich auf der anderen Seite und nehme genauso weinende Kinder auf. Und von meiner Erfahrung kann ich sagen, ja, die Kinder hören wirklich (relativ) schnell wieder auf zu weinen. Doch schließt dies mit ein, dass sie nie alleine gelassen werden.

    Die von dir beschriebene Situation klingt unmöglich und es ist verständlich, dass der Kleine weint.Einmal, weil seine Mutter geht, aber dann doch in Sichtweise bleibt. Und weil er anscheinend gar nicht aufgenommen wurde und sich scheinbar niemand kümmerte. Das ist wirklich inakzeptabel. 😦

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Diese „Kind alleine weinen lassen“ ist gerade das Schlimme daran. Ich kenne das schon auch, dass die Arbeit ruft und man eben nicht noch länger bleiben kann und manchmal ist es auch besser gleich zu gehen, aber mich hat sowohl die Reaktion der Mutter als auch die der Erzieher erschüttert. Leider war es heute morgen wieder so, nur das dieses Mal der Kleine noch bitterer geweint hat. Ich werde das Gespräch mit den Erziehern suchen, denn ich kann nicht verstehen wie man derart nicht reagieren kann, wenn ein Kind so sehr weint.

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  3. Ich habe immer – sowohl bei der Tagesmutti als auch jetzt im kindergarten – nach der Verabschiedung gewartet an einer Stelle wo er mich nicht sieht, ich ihn aber hören kann – hätte er nicht aufgehört zu weinen, wäre ich zurückgegangen. Glücklicherweise hatten wir immer ganz tolle Betrauungspersonen, die sehr liebevoll auf unseren sohn und auch die anderen Kinder eingehen, wo kein kind weinen gelassen wird, die kinder auf den Arm kommen und getröstet werden – sonst würde ich nicht gehen bzw das Kind nicht hin geben! Ich möchte dass die Betreuung für ihn vor allem Vorteile bringt im Umgang mit anderen kindern, das Lernen voneinander, das Spielen und die Gemeinschaft, ich will ihn nicht „irgendwo unterbringen“ und das war bisher zum Glück auch immer genau so wie ich es mir gewünscht habe ♥

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  4. Versteh nich warum es hier scheinbar keine Übergabe gibt und der Junge ganz alleine gelassen wird! Wo ist denn die Bezugseezieherin? Was läuft denn da auch seitens der Kita schief? Anscheinend arbeiten hier Eltern und Erzieher nicht gut zusammen! So was kommt bei uns nicht vor, alle Kinder werden übergeben und abgeholt egal wie lange es dauert…

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    1. Eigentlich gibt es schon eine Übergabe und ich war schon sehr überrascht, dass der Junge so allein gelassen wurde. Ich kann mir das auch nicht erklären. Wenn ich unsere Abgabesituation betrachte, dann bleibe ich immer so lange bis meine Kleine sich von mir verabschiedet. Aber du hast Recht, ich denke auch das hier die Eltern und Erzieher nicht gut zusammengearbeitet haben.

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  5. Bin auch grad erschüttert, dass bei uns im Kiga – meine größere Tochter ist seit einer Woche zur Eingewöhnung dort – ich und eine andere Mutter die Einzigen sind, die ihre Kinder die erste Zeit dort begleiten. Kann man sich nicht wenigstens ein paar Tage Zeit dafür nehmen? Viele Mütter sind noch zuhause und hätten reichlich Zeit dafür. Besonders in den ersten Tagen saßen etliche Kinder traurig herum und weinten. Muss das sein? Habe mir erklären lassen, dass es früher üblich war, die Kinder gleich von Anfang an mit der neuen Situation alleine zulassen. Auch von Seiten des Kiga vermisse ich jegliche Tipps zur Eingewöhnung, ich denke, dass es den meisten Pädagogen auch Recht ist, wenn ihnen niemand auf die Finger schaut.
    Nach einer Woche war es für meine Tochter ok, dass ich zwischendurch weggefahren bin, inzwischen ist sie ca. 3 Stunden dort – ganz ohne Tränen.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Eigentlich ist die Eingewöhnung in unserem Kindergarten auf mehrere Wochen ausgelegt. Bei meinen beiden Kindern konnten wir uns sehr viel Zeit lassen und selbst entscheiden, wann es der richtige Zeitpunkt für eine Trennung war. Aber ich bekomme schon auch mit, dass die Eltern ihre Kinder so schnell abgeben wollen. Auch morgens herrscht oft viel Hektik und wenig Zeit für ein paar extra Kuscheleinheiten. Vielleicht ist es beruflich manchmal nicht anders möglich? Traurig ist es auf jeden Fall.

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  6. Ich finde den Umgang auch nicht in Ordnung.
    Mein Kleiner hat auch gerade angefangen in den KiGa zu gehen, und da ich anfangs immer länger da war hab ich einiges vom Alltag dort mitbekommen: Ein Junge hat immer geweint wenn seine Mama ging. Die Betreuerin hatte ihn auf dem Arm, ihm gesagt Mama holt ihn ab wie ausgemacht, hat ihn versucht abzulenken, ihm Sachen zu zeigen. Nachdem es nicht besser wurde hat sie die Mutter angerufen, dass sie ihn abholt (Mutter ist zu Hause, geht ja nicht immer).
    Auch beim Elternabend haben sie gesagt, dass sie die Kinder nicht schreien lassen, sie wollen das Vertrauen der Kinder nicht zerstören.
    Ich finde es gut so wie es in unserer Einrichtung gemacht wird .

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  7. Ich habe es bei meiner Arbeit in der Kinderkrippe leider auch erlebt. Sogar während der Eingewöhnung. Das Kind stand während der gesamten Zeit laut weinen/schreiend hinter der Türe. Er ließ sich nicht trösten, bzw er wurde eben irgendwann stehen gelassen und ab und an ist jemand hin. Ich mache mir heute, einige Jahre später Vorwürfe dass ich nichts getan habe. Ich war noch keine Mama, in meiner Ausbildung, und hatte echt keine Ahnung😩 Heute würde ich mich so lange neben ihn setzen, bis er meine Hilfe zulassen kann…

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich denke in der Situation reicht es erst einmal dem Kind zu zeigen, dass man seine Gefühle ernst nimmt und da ist. Mach dir aber jetzt keine Vorwürfe mehr. Die Verantwortung in dieser Situation liegt bei den Erziehern.

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  8. Würde ich bei uns in der Kita so eine Situation beobachten, würde ich die Einrichtung ehrlich gesagt sofort versuchen zu wechseln! Wo gibt es denn sowas, dass Kinder weinend allein gelassen werden? Bzw. kann ich mir eigentlich überhaupt nicht vorstellen, dass es Einrichtungen gibt, die frisch eingewöhnte Kinder 15 Minuten lang alleine weinen lassen…? Würde ich soetwas beobachten, hätte ich definitiv keinerlei Vertrauen mehr in die Einrichtung. Wenn meine Kleine beim Abschied geweint hat, ist uns die Erzieherin sofort mit ausgestreckten Armen entgegen gekommen, hat sie in den Arm genommen, gedrückt und getröstet, ihr gesagt, dass die Mama doch jetzt arbeiten muss und hat sie sofort mit Fische im Aquarium gucken oder Murmeln oder sonst was abgelenkt. Und noch bevor ich zur Türe raus bin, war alles gut. Und so wird das bei jedem Kind gemacht und auch noch bei meiner Kleinen, wenn sie einen schlechten Tag hat. Würde ich so eine Situation wie im Artikel beschrieben bei uns beobachten, würde ich ordentlich Rabatz machen. Aber eigentlich kann ich mir wie gesagt nicht vorstellen, dass es Einrichtungen gibt, die frisch eingewöhnte Kinder 15 Minuten lang alleine weinen lassen bzw. kann ich nicht verstehen, warum man seine Kinder in einer solchen Einrichtung abgibt.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Meine beiden Kinder gehen in diese Einrichtung und eigentlich habe ich ein großes Vertrauen in die Erzieher. Bisher habe ich nichts derartiges dort erlebt. Meine Kinder wurden liebevoll aufgenommen und fühlen sich sehr wohl. Was an diesem Tag los war kann ich nicht verstehen, daher auch mein Blogbeitrag. Das Kind kann noch keine großartige Eingewöhnung hinter sich haben, da ich den Jungen vorher noch nie gesehen habe. Ich kann deine Empörung gut verstehen, denn mir ging es da nicht anders.

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  9. Ein sehr ergreifender Artikel ohne persönliche Wertung den Eltern gegenüber, das gefällt mir, denn das gibt es selten.

    Wir hatten das große Glück, dass unser Sohn ein sehr aufgeschlossener Junge ist und neuen Situationen abenteuerlustig gegenübersteht, in die Krippe ging er ohne Schwierigkeiten.
    Ich hatte mir statt der üblichen 4 Wochen fast 3 Monate Eingewöhnungszeit eingeplant, einfach weil ich auf alles vorbereitet sein wollte.
    Letzendlich haben wir 6 Wochen gebraucht und das auch nur, weil ich den Druck raus genommen habe.
    Ich habe ihn erst in der 3. Woche alleine gelassen, als er gefestigt und ein wenig vertraut war und das war der entscheidende Punkt; denke ich.
    Später beim Umzug in die größere Gruppe gab es mehr Schwierigkeiten, aber ich habe ihn nie weinend zurück gelassen, sondern bin geblieben egal wie lange, manchmal auch zum Leidwesen der Erzieher, aber es war mir wichtig und ihm!

    Wenn er heute sagt; er möchte nicht gehen, dann geht er nicht.
    Dann finden wir gemeinsam eine Lösung und wenn das um 7.00 Uhr zu Dienstbeginn ist, dann ist das eben so.
    Niemand braucht uns mehr als unsere Kinder und sind wir mal ehrlich, wem ist geholfen, wenn ich an der Arbeit sitze und mit den Gedanken an mein weinendes Kind bin?!

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe versucht niemanden zu verurteilen, weil ich die Situation als Aussenstehende beobachtet habe und ich weder die Familie, noch irgendwelche Absprachen mit dem Kindergarten kenne. Das Verhalten aller Beteiligten kann ich nicht nachvollziehen, ich hätte anders reagiert, sowohl als Mutter und auch als Pädagogin.

      Es ist schön zu lesen, dass ihr so einen tollen Weg mit eurem Sohn geht. Ich bin da ganz deiner Meinung!

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      1. Sie könnte es ♥
        Ich glaube fest, dass viele Eltern sich diese Entscheidungsfreiheit wünschen, aber nicht haben, weil sie im eigenen Gedankenmuster festhängen.
        Ich höre immer wieder den Satz „man muss doch arbeiten…“.
        Natürlich, die Gedanken sind uns allen bekannt, wir sind in dieses Gedankenbild und -muster geboren und wurden so erzogen – auch ich!
        Es ist schwer sich diesem Bild zu widersetzen, auch im eigenen Kopf und es ist ein ständiger Entwicklungsprozess, aber es funktioniert.

        Ich glaube fest, dass wir alle anfangen können diese Welt ein Stückchen zu verändern, empathischer zu machen, wenn wir bei unseren Kindern anfangen.

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      2. Liebe Sabrina,
        vielen Dank für deinen Kommentar! Ja ich kenne diese Gedanken auch. Beim ersten Kind hat mich der finanzielle Notstand dazu getrieben früher als ich wollte arbeiten zu gehen, aber beim kleinen Wirbelwind hätte ich nicht gehen müssen. Ich hätte ablehnen können. Ich ärgere mich selbst darüber.

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  10. Liebe Lila,
    Ich gehöre zu den Erzieherinnen die manchmal weinende Kinder trösten müssen, allerdings in einem ganz anderen Kontext (ich gehe zu den Eltern mit ganz Kleinen nachhause und versuche dort ein bisschen Entlastung zu verbreiten) und mein oberstes Gebot ist: weinen lassen nur ganz wenige Minuten und nur wenn sich die Kids auf meinem Arm trösten lassen. In jedem anderen Fall rufe ich die Mütter zurück. Schreiend an der Tür trommeln lassen geht garnicht!
    Lieben Gruß!
    Doro

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    1. Liebe Doro,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ganz ohne Weinen geht es oft nicht. Weinen gehört zum traurig sein dazu und jedes Kind hat ein Recht darauf seine Gefühle zu zeigen. Umso wichtiger ist es, dass Erzieher da sind die verständnisvoll und tröstend zur Seite stehen. Bisher war das in unserem Kindergarten auch immer der Fall. Ich weiß nicht was an diesem Tag los war.
      Liebe Grüße,
      Lila

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  11. Hallo Lila,
    auch wenn ich Deine Gedanken nachvollziehen kann, so habe ich doch meine Probleme mit dem, was Du schreibst. Du sagst, dass Du nicht über die Mutter urteilen willst und dann kommen doch jede Menge Hinweise, was die Mutter alles anders hätte machen sollen. Weder bist Du die Mutter noch weißt Du wie es zu der Situation kam.
    Stell Dir mal vor Du bist diese Mutter. Du musst Dein Kind in Betreuung geben, weißt aber, dass es weint. Du bist selber nicht glücklich damit, dass die Situation so ist und dann kommt eine daher, die Du gar nicht kennst die Dir gute Ratschläge gibt. Die offensichtlich finanziell und familiär so abgesichert ist, dass es bei ihr Alternativen gegeben hätte, die es bei Dir aber nicht gibt. Oder ganz anders: vielleicht stand die Mutter nicht vor der Wand und hat gelesen sondern mit sich gehadert was sie machen soll: arbeiten gehen oder den Jungen wieder mit heimnehmen? Vielleicht hat sie nicht zurückgeschaut, weil sie dann selber in Tränen ausgebrochen wäre.
    Du hast weder mit der Mutter gesprochen noch weißt Du irgendetwas über das Kind. Und deswegen finde ich Deinen Beitrag ihnen gegenüber ehrlich gesagt ziemlich unfair.
    Und wenn der Impuls da war, das Kind zu trösten, warum hast Du es nicht gemacht?
    Viele Grüße
    Jana

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    1. Liebe Jana,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich wollte keinesfalls die Mutter an den Pranger stellen, sondern habe lediglich überlegt was anders hätte laufen können. Ich habe mich gefragt was dem Jungen vielleicht geholfen hätte. Ich gebe auch keine Ratschläge und sehe ehrlich gesagt, die Erzieher viel mehr in der Verantwortung. Ich habe mich nach dieser Begebenheit gefragt, ob die Mutter erfahren wird, dass ihr Sohn noch sehr lange geweint hat oder ob ihr gesagt wird, dass er ganz bald aufgehört hat. Das du meinen Beitrag unfair findest tut mir Leid. Ich wollte nicht das es so rüberkommt. Warum ich das Kind nicht getröstet habe? Weil ich mein eigenes Kind verabschiedet habe, weil meine Kleine auch Trost in der Verabschiedungssituation benötigt.
      Viele Grüße,
      Lila

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      1. Ich finde nicht das es da einer Rechtfertigung bedarf. Sicherlich kennt niemand die genaue Situation. Aber das sie so wie sie war einfach nicht sein dürfte ist doch relativ unstrittig. Frühe Fremdbetreuung wird immernoch bagatellisiert. Es gibt immernoch genug Leute denen nicht ausreichend bewusst ist das das keinesfalls

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  12. Liebe Lia,
    Ich finde die Situation für den kleinen Ju gen total furchtbar und teile Deine Gedanken. Konntest Du den Jungen trösten oder einer Erzieherin Bescheid geben? Das hätte bestimmt die Situation für den Jungen etwas erleichtert und auch Deine Gedanken wären vielleicht nicht so traurig.
    Ganz sicher ist es für jede Mama schlimm, wenn das eigene Kind beim Abgeben in der KiTa weint. Bestimmt auch für diese Mutter. Und wie Du schreibst…was sollen wir machen, wenn der Job ruft? Da sind wir Mütter doch auch ganz schnell an unseren Grenzen angekommen. Wir kommen zu spät zur Arbeit und holen uns ein gequältes Lächeln ab. Job versus Kind, Kind versus Job. Eine verliert meistens und das ist die Mutter.
    Also lange Rede, kurzer Sinn. Es hilft jedem, die Situation zu klären. Erzieherinnen fragen, ob sie helfen können und wenn nicht, warum sie nicht helfen können. Das wäre, denke ich , auch für den Jungen eine tolle Lösung gewesen.

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    1. Liebe Birgitt,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich konnte den Jungen nicht trösten. Ich habe meine Kleine verabschiedet und sie selbst benötigt meine volle Aufmerksamkeit. Erzieher waren da, er wurde ja festgehalten, damit er nicht den Raum verlassen kann. Ich bin mir sicher, dass es für die Mama furchtbar ist. Ich kenne dieses Gefühl selbst und weiß, das es manchmal einfach nicht anders geht. Um Vorwürfe geht es mir auch gar nicht. Ich wollte lediglich von dieser Situation berichten und habe mich gefragt, was besser hätte laufen können. Für mich sah es so aus, als würde man den kleinen Jungen in seiner Traurigkeit nicht ernst nehmen, aber auch da kann ich mich irren. Vielen Dank für deinen Lösungsvorschlag!

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  13. Bei meiner Arbeit in mehreren Kitas habe ich einerseits erlebt, dass die meisten Kinder innert Sekunden aufhören zu Weinen. Andererseits habe ich auch Kinder erlebt, die sich den ganzen Tag nicht wohl gefühlt haben und zum Teil sehr lange weinten. Ich hatte Mühe damit, dass wir den Eltern dies nicht rückmeldeten. Manchmal waren wir auch überarbeitet und fast genervt vom Weinen der Babys und Kinder.
    Mittlerweile arbeite ich seit längerem als Tagesmutter und kann so jedem Kind so viel Trost geben wie es braucht. Wenn ich merke, dass es dem Kind nicht gut ging/geht, sage ich dies den Eltern was diese sehr schätzen. Die Eltern sollen mir vertrauen können. Wenn die Kinder beim Abschied kurz weinen, schreibe ich den Eltern später eine Nachricht, damit sie wissen, dass dies nur kurz war und es ihrem Kind nun gut geht. So können sie beruhigt zur Arbeit gehen.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe auch oft das Gefühl, dass die Erzieher mit der Anzahl der Kinder überfordert sind. Vielleicht auch gerade am Anfang des Jahres, wenn so viele zur Eingewöhnung kommen und es ganz viel Weinen gibt. Schön, dass du jetzt als Tagesmutter dir mehr Zeit nehmen und die Kinder so gut begleiten kannst.

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  14. Vielleicht möchte der Junge sich nicht trösten lassen!? Ich habe sehr oft erlebt, dass sich Kinder nicht trösten / anfassen lassen wollen… Da kann man wirklich nur machtlos daneben stehen. Was aber, wenn drumherum noch 14 andere Kinder die volle Aufmerksamkeit wollen???
    Dazu kommt der Druck von Eltern, die möchten, dass ihr Kind sooo schnell wie möglich alleine im Kindergarten bleiben, am liebsten vom ersten Tag an…
    Vielleicht war in der Zeit, wo sie in einer anderen Gruppe waren, eine Erzieherin bei dem Jungen und hatte es auch geschafft, den Jungen zu trösten. Dieser hat aber dann wieder von vorne angefangen zu weinen…
    Fragen Sie doch einfach mal in der Gruppe bei einer Erzieherin nach. Erklären Sie ihre Beobachtung und hinterfragen den Grund. In der Regel sind Erzieher darüber sehr dankbar, so eine Situation erklären zu können, denn oft, sieht eine Situation von außen ganz anders aus….

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    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Ich bin da ganz bei dir. Ich habe mitterlweile mit den Erziehern über die Situation gesprochen. Zum einen war kaum Eingewöhnungszeit von den Eltern eingeplant, dann sind aktuell viele neue Kinder in der Krippe und somit alle Erzieher sehr eingespannt. Der kleine Junge lässt sich, laut Erzieher, auch nur schwer trösten und die Mutter hätte gesagt „das er sich immer so anstellt“.

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  15. Sollten wir in die Situation kommen. Dann gibt es nichts zu überlegen ich bleibe da und schaue ob das hilft ansonsten wird der Zwerg wieder mit genommen. Wir haben das Glück das der, der ihn in die Kita bringt vormittags frei hat und somit flexibel ist.
    Das wobei mein Zwerg nur dann nicht da bleiben will wenn er krank ist. Dann geht es eben ab nach Hause.
    Leider haben nicht alle diese Möglichkeit.

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  16. Dein Bericht trifft mich voll ins Herz…. mein Ältester kam erst mit 2,5 Jahren (nach langer Wartezeit, weil in der Gemeinde Krippen- und Kitaplätze fehlten) in eine altersgemischte Kiga-Gruppe. Da diese neu eröffnet wurde, wurde keine Eingewöhnung eingeplant, und die Kinder sollten von Tag 1 an alleine in die Gruppe, und dies sollte dann stundenweise erhöht werden. Die Situation war so, dass ich den Platz entweder annehmen konnte oder eben wieder ein Jahr ohne Kita-Betreuung dastehen würde. Also haben wir den Platz angenommen und mein Kind hat jeden Tag geweint. Es wurde mir gesagt, dass das total normal ist und er sich immer schnell beruhigt. Er hat allerdings schon zu Hause mit dem Weinen angefangen bis zur Abgabe in seiner Gruppe…. mir wurde immer gesagt, dass alles normal und gut sei und auch ich lernen müsste, mich von meinem Sohn zu trennen. Ich habe alles getan, wie es mir von außen vorgeschlagen wurde….
    Insgesamt hat es 18 Monate (!!!!) gedauert, bis er langfristig – also die ganze Woche und dauerhaft – ohne Weinen in den Kiga gegangen ist. Rückblickend würde ich das NIE wieder so machen und mich auch nicht mehr auf die Aussagen der Erzieher verlassen.

    Das Schlimme ist, dass mein Sohn jetzt im September eingeschult wurde und enorme Probleme hat, sich morgens von mir oder meinem Mann zu trennen… es gibt jeden Morgen Tränen in der Schule, er klammert sich an uns fest und möchte nicht alleine gelassen werden… wir haben auch schon mit einer psychotherapeutischen Therapie wegen der Trennungsangst begonnen… ich kann euch nicht beschreiben, wie sehr mein Herz jeden Tag blutet und welche Vorwürfe ich mir täglich mache und wieviel Tränen ich vergieße…

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    1. Liebe Dani,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Das was du erzählst geht mir wirklich sehr nah. Hier haben Erzieher auf ganzer Linie versagt. Ohne Eingewöhnung ist der Aufenthalt in einem Kindergarten wahrscheinlich kaum einem Kind zumutbar. Das es bei deinem Sohn zu solch einer Trennungsangst geführt hat tut mir sehr leid. Ich finde aber nicht, dass du dir deswegen jetzt Vorwürfe machen musst. Jede Mutter wünscht sich das Beste für ihr Kind und du hast auf die Erfahrung der Erzieher vertraut. Das wichtigste ist, dass ihr euch Hilfe geholt habt. Ich wünsche dir und deiner Familie, dass alles wieder gut wird und dein Sohn seine Angst überwinden kann.
      Liebe Grüße,
      Lila

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  17. Ich finde es sehr gut, dass Du zu diesem Thema Deine Gedanken aufgeschrieben hast. Mir sind dazu auch eigene Erfahrungen eingefallen.
    Meine beiden Kinder sind bereits erwachsen bzw. Schulkind. Aber beide gingen in die Krippe bzw. Kindergarten. Es gab eine Eingewöhnungzeit und für die Zeit danach, ganz wichtig, ein Winkefenster. In der Krippe war sogar ein für diesen Zweck gebautes Podest. Das Winken war nochmal für beide Seiten sehr wichtig. Und die Abschiede wurden zu einem schönen Ritual(bis heute).
    Leider haben wir auch einen Jungen kennengelernt, der sehr lange traurig am Fenster stand. Wir haben versucht, ihn aufzumuntern, was schwierig war. Aber ich hab es mir nicht nehmen lassen, ihm draußen auch nochmal zuzuwinken, obwohl mein Kind schon längst spielen war… Also nur Mut, wenn das Gefühl aufkommt zu trösten. Wir brauchen einander.

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    1. Liebe Beate,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ein Winkefenster haben wir auch in der Krippe und du hast recht, das ist für uns beide sehr wichtig! Ich hätte in dieser Situation gerne getröstet, hatte aber an dem Tag meine Kleine an mir hängen. Das Weinen hat sie sehr verunsichert und sie brauchte mich da mehr als sonst. Aber ja, wir brauchen einander! Liebe Grüße

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  18. Ich möchte hier mal etwas aus der Sicht einer Erzieherin in der Kinderkrippe schreiben.
    Zuerst möchte ich klarstellen, dass auch ich es grundsätzlich nicht in Ordnung finde, wenn Kinder ohne Betreuung in der Eingewöhnung weinend allein gelassen werden.
    Dennoch muss man immer auch beachten, dass man hier nur eine Momentaufnahme einer Situation sieht. Man weiß nicht was zuvor schon geschehen ist. Welche Eigenheiten ein Kind hat.
    Auch ich habe es schon oft erlebt, dass ein Kind nur weint weil es wütend es, weil es seinen Kopf durchsetzten möchte (auch in der Eingewöhnung). Manchmal wollen Kinder in dieser Phase auch allein gelassen werden, erst vor kurzem bin ich von einem brüllenden Kind weggeschickt worden, weil es allein sein wollte. Nach 20 Minuten ist es plötzlich zu mir gekommen und wollte mit mir spielen, als ob nie etwas gewesen wäre.
    Wenn jemand als Mutter eine Situation in der Kita beobachtet, die ihm nicht ganz klar ist, die einem vielleicht auch ein schlechtes Gefühl gibt, dann rate ich ihnen mit der Erzieherin zu sprechen. Oft erklärt sich eine Situation, ein Verhalten wenn man die Vorgeschichte kennt.

    Zudem sind leider nicht alle Eltern so verständnisvoll und auf das Wohl des Kindes ausgerichtet wie Sie. Viel zu oft muss ich mit Eltern über die länge der Eingewöhnung diskutieren und am ende dürfen die Eltern entscheiden. Ich als Erzieherin kann nur beraten und hoffen, dass man uns vertraut.

    Die Ausflucht, dass es personelle Engpässe gibt, kann ich jedoch bei der Eingewöhnung eines Kindes nicht gut heißen. Wenn bei uns ein Kind eingewöhnt wird, wird alles um dieses Kind geplant. Sollte es wirklich mal so sein, dass es auf Grund von Personalmangel nicht möglich ist einem Eingewöhnung-Kind die volle Aufmerksamkeit zu schenken, dann muss die Eingewöhnung unterbrochen werden.
    Wobei wir auch hier allzu oft auf Unverständnis bei den Eltern treffen.

    Alles in allem, denke ich ist es immer wichtig zu kommunizieren. Wenn ihnen etwas nicht klar ist, fragen sie nach und lassen sie es sich erklären. Vielleicht können sie dann manche Dinge besser verstehen und haben wieder ein besseres Gefühl, wenn sie ihre Kinder in die Kita geben.
    Viele Grüße
    Kathrin

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