Muttergefühle · Schwangerschaft

Ungeplant schwanger – Unser Weg

Vor ein paar Tagen gab es in einem Forum eine Diskussion zum Thema „Ungewollt Schwanger“. Es ging um eine Mutter die nach zwei Kindern kein drittes mehr wollte und eine Abtreibung favorisierte. Ich mag den Begriff „ungewollt“ nicht. Er ist abwertend! Ich verwende lieber „ungeplant“. Im Laufe der Schwangerschaft können sich die Gefühle stark verändern und dann ist man zwar ungeplant schwanger, aber das Kind kann dennoch gewollt sein. Nicht immer. Das ist mir klar. Auf das Thema „Abtreibung“ möchte ich nicht genauer eingehen, da es für uns niemals eine Option ist. Das ist keinesfalls wertend gemeint. Es ist meine innere Einstellung gepaart mit sicheren Lebensumständen.

Die Gefühle die diese Mutter beschreibt kann ich zum Teil nachvollziehen. Denn eigentlich waren wir uns einig das nach zwei Kindern Schluss ist. Nicht weil wir uns nicht auch als Großfamilie vorstellen konnten, sondern weil wir einfach das Gefühl hatten komplett zu sein. Weil wir schon mit zwei Kindern oft an unsere Grenzen kommen und weil wir auch noch ein wenig Zeit für uns wollten. Zeit für berufliche Projekte, Zeit für sich selbst und Zeit für uns als Paar. Das ist schon mit zwei Kindern nicht immer einfach zu managen.

Ungeplant schwanger

Doch es kam anders. Der kleine Wirbelwind war in der Krippe eingewöhnt und ich konnte wieder zurück ins Büro. Ich war voller Tatendrang und konnte es kaum erwarten, dass ein oder andere Projekt zu verwirklichen. Ich hatte wieder Zeit für Sport und um mich mit Freunden zu treffen. Ich war nicht mehr unersetzbar für mein kleines Mädchen, denn der Papa wurde immer mehr akzeptiert.

Und dann wurde ich schwanger. Im ersten Moment habe ich mich um meine neugewonnene Freiheit betrogen gefühlt. Ich habe Zeit gebraucht um die neue Situation für mich einzuordnen. Ein drittes Kind stand nie zur Diskussion. Ich muss zugeben, dass ich mich zuerst nicht freuen konnte. Vor allem hatte ich Angst vor einer weiteren Schwangerschaft und Geburt. Meine beiden Geburten liefen alles andere als gut und ich habe die Letzte immer noch nicht wirklich verarbeitet (Geburtsbericht 1 & Geburtsbericht 2). Ich hatte Angst vor Komplikationen, Angst davor wieder enttäuscht zu sein, Angst davor wieder fremd bestimmt zu werden und keinen Einfluss zu haben. Mein Glück war, dass meine Gynäkologin sich viel Zeit genommen hat meine Sorgen anzuhören und mit mir zusammen versucht hat für alles eine Lösung zu finden.

3 Kinder – 3x mehr?

Ein weiteres Kind ist ja nicht nur emotional eine Umstellung, sondern es geht auch um materielle, finanzielle und zeitliche Ressourcen. Haben wir genug Platz? Brauchen wir ein größeres Auto? Wie bezahlen wir unser Haus mit nur einem Einkommen? Wie können wir drei Kindern gerecht werden? Wann haben wir auch noch Zeit für uns?

Die Platzfrage war schnell geklärt. Wir haben zum Glück ein etwas größeres Auto gekauft und haben damit genug Platz für drei Kindersitze. Auch das Haus ist groß genug. Für ein drittes Kinderzimmer mussten wir zwar etwas umbauen, aber es war möglich. Natürlich wäre das nicht unbedingt notwendig gewesen, aber ich wollte lieber gleich alles fertig haben da Renovieren mit drei Kindern noch schwieriger ist als mit zwei. Das kostete uns einiges an Nerven und machte unseren Geldbeutel ein ganzes Stück leichter. Aber das es finanziell eine Herausforderung wird war von Anfang an klar. Ich weiß, dass ein Baby nicht viel braucht außer Nähe und Geborgenheit und damit mich. Also kann ich nicht arbeiten gehen. Da wir aber fest mit meinem Gehalt gerechnet haben wirde es eine große Umstellung für uns. Wir müssen uns in einigen Dingen einschränken, aber es ist möglich. Wir können das organisieren. Da haben wir viel Glück!

Der Liebste wird die ersten zwei Monate zu Hause sein. So können wir zumindest für diese Zeit sicher stellen, dass die beiden großen Kindern nicht zu sehr zurückstecken müssen. Ich hoffe, dass wir uns danach soweit in die neue Situation eingefunden haben und unseren Weg finden, damit keines der Kinder zu kurz kommt und wir den Bedürfnissen gerecht werden können.

Zeit für uns? Von diesem Gedanken verabschiede ich mich erst einmal. Mit einem stillenden Säugling und zwei weiteren Kindern wird einfach keine Kapazität übrig bleiben. Aber das ist okay. Es geht vorbei und irgendwann ist auch dafür wieder Zeit. So lange genießen wir unsere Kinder.

Positiv denken!

Eigentlich versuche ich mir nicht zu viele Gedanken zu machen was alles schief gehen könnte. Denn es ist doch so, dass man oft viel mehr schafft als man denkt. Es ist nicht immer alles planbar und doch hat alles seinen Sinn. Ich bin mir sicher, dass sich alles so fügt wie es sein soll. Wir haben uns nicht als fünfköpfige Familie gesehen und doch sind wir bald eine. Dieses Kind wird unsere Familie noch einmal bereichern. Noch einmal dürfen wir ein kleines Baby haben. Den süßen Babyduft einatmen und ganz viel kuscheln.

In einer Woche ist es soweit und ich freue mich so sehr! Meine Sorgen sind zwar nicht ganz weg, aber sie haben sich verändert. Alle Zweifel sind verflogen. Sorgen mache ich mir nur noch über den bevorstehenden Kaiserschnitt und die erste Zeit mit drei Kindern. Aber zusammen schaffen wir das!

Eure

Lila♥

 

6 Kommentare zu „Ungeplant schwanger – Unser Weg

  1. Hallo Lila,

    Toll geschrieben. Ja, das Leben ist nicht immer planbar. Und oft ist das richtig gut so.

    Ich freue mich, dass ihr euch so schnell und gut in die veränderte Situation einfinden konnten. Spätestens wenn euer kleines Wunder da ist, werdet ihr sowieso nicht mehr wissen wie es mit „nur“ zwei Kindern war.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Lila,
    ich kann Dir versichern, auch mit drei Kindern ist alles machbar und sogar wunderschön! Es ist lauter, verrückter und wilder aber ich für meinen Teil möchte dieses Leben nie mehr missen! Schau doch mal auf meinem Blog http://www.mamastehtkopf.de vorbei, da berichte ich viel über den Wahnsinn als Großfamilie 😉
    Alles Gute für die nä Woche von „Blog Liebling“ zu „Blog Liebling“
    LG Alex

    Gefällt 1 Person

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