Gesellschaft · Muttergefühle

Roses Revolution Day – Gewalt in der Geburtshilfe

Heute ist der 25.November und damit der Roses Revolution Day in Deutschland. An diesem Tag sollen Frauen, denen unter der Geburt Gewalt angetan wurde, vor den entsprechenden Kreißsälen rosafarbene Rosen ablegen. Diese sollen anschließend fotografiert und mit dem Hashtag #rosrev in den sozialen Netzwerken gepostet werden.

Sinn dahinter ist es die Öffentlichkeit über Gewalt in der Geburtshilfe aufzuklären und dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu geben. Genauere Informationen zum Roses Revolution Day erhaltet ihr hier.

Mir ist dieser Tag auch erst seit kurzem ein Begriff und das auch nur über Blogbeiträge auf Facebook. Mir war das Thema tatsächlich so gar nicht bewusst. Als mich dann die liebe Lovisa von Schwedenlichter auf einen sehr ehrlichen und aufwühlenden Artikel von Maren von „Gemacht wie gedacht“ aufmerksam machte, wurde mir klar von welcher Bedeutung die Thematik ist.

Was ich in ihrem Beitrag las hat mich wirklich sehr bewegt. Maren ist als freie Hebamme in der Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbettbetreuung tätig und hat Gewalt an Gebärende als Hebammenschülerin selbst miterlebt. Sie schreibt über Hebammen die Schmerzmittel verweigern, die Frauen demütigen, beleidigen, sich vollkommen respektlos verhalten. Genauso schockierend sind die Beispiele der körperlichen Gewalt. Ich kann das hier alles gar nicht wiederholen. Es ist einfach schrecklich, dass sowas überhaupt passieren kann.

Meine eigene Erfahrung

Ich musste an meine eigenen Geburten denken und ich musste mich ehrlich fragen, ob ich selbst auch Opfer von Gewalt wurde. Ich kann es nicht ganz verneinen. Sicherlich nicht in dem Ausmaß wie so viele andere Frauen. Aber ja es gab Situationen in denen ich mich gedemütigt, ausgeliefert, fremdbestimmt gefühlt habe. Und an diesen Erlebnissen hatte ich zu knabbern. Sogar sehr. Bis heute.

Die erste Situation war bei der Geburt des großen Bruders. Ich kam aufgeregt, voller Schmerzen und Angst in den Kreißsaal. Streckte meinen Mutterpass der Hebamme entgegen und diese fragte sehr abfällig: „Was soll ich jetzt damit?“ Ich weiß, dass ist jetzt vielleicht nicht so schlimm, aber für mich in dieser Situation in der ich dieser Frau ausgeliefert war, in der ich mir selbst nicht mehr helfen konnte, war all mein Vertrauen zerstört. Diese Frau hatte so viel Macht über mich und ich konnte mich dagegen nicht wehren. Ihre Ignoranz und Empathielosigkeit zog sich weiter fort. Sie rief zu spät einen Arzt, kam zu spät in den OP und war auch hinterher nicht verlässlich. Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, dann könnt ihr das in meinem Geburtsbericht nachlesen.

Die zweite Situation hat wohl weniger mit Gewalt zu tun und dennoch gehört sie für mich hier hin. Bei meiner letzten Geburt wurde mir ein Bonding nach dem Kaiserschnitt verwehrt, weil die Anästhesie unbedingt wollte, dass ich zwei Stunden im Aufwachraum liege. Mir wurde diese besondere Zeit nach der Geburt mit meinem Baby genommen, obwohl es medizinisch nicht notwendig war. Einfach nur, weil es allgemein bei anderen OPs auch so gehandhabt wird. Auch das darf und muss nicht sein.

Was können wir tun?

Darüber reden! Das Schweigen brechen und all den Frauen eine Stimme geben! Dir wurde selbst Gewalt angetan? Such dir Hilfe und wenn es für dich möglich ist, dann wehre dich! Körperverletzung ist immer strafbar!

Eure

Lila♥

 

9 Kommentare zu „Roses Revolution Day – Gewalt in der Geburtshilfe

  1. Dieses Thema ist mir auch neu ich hätte nicht gedacht das so etwas unter Hebammen vorkommt das ist echt schade. Ich hatte auch kein Bonding nach der Geburt was ich auch sehr sehr schade fand und eigentlich immer noch finde ich hatte es als selbstverständlich angesehen und nicht vorher nachgefragt es war mein erstes baby und dazu auch noch in Indien geboren wo wohl eh alles etwas anders läuft.
    Eine Geburt ist schon schwierig genug und dann auch noch sowas erleben zu müssen erschreckt mich das es das wirklich gibt ♡

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  2. Das hätte ich nicht erwartet, vor der Geburt meiner Tochter hatte ich Angst vor einer Geburt in Indien aber das solche schlimmen Dinge auch in deutschland passieren hätte ich nicht erwatet. Wirklich erschreckend und traurig zu lesen. Ich hatte zwar auch keine schlimmen Erfahrungen aber ein bonding hatte ich auch nicht, vielleicht aus Unwissenheit aber auf jeden Fall sehr schade.

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